Das IKG ist als Mitglied des Deutschen Kunstrates und damit des übergeordneten Dachverbandes Deutscher Kulturrat. Dieser ist eine unabhängige Arbeitsgemeinschaft kultur- und medienpolitischer Organisationen und so der Spitzenverband der Bundeskulturverbände.  Der deutsche Kulturrat ist der Ansprechpartner der Politik und Verwaltung des Bundes, der Länder und der Europäischen Union in allen kulturpolitischen Angelegenheiten. Ziel des Deutschen Kulturrates ist es, die Diskussion über Themen, die die Kultur betreffen, auf allen politischen Ebenen anzuregen und für Kunst-, Publikations- und Informationsfreiheit einzutreten. Der Kulturrat hat zur Zeit 8 Fachausschüsse einberufen, in die die Mitglieder, also auch der Deutsche Kunstrat, ihre Vertreter und Vertreterinnen entsenden. 

Das IKG arbeitet zurzeit in folgenden Fachausschüssen mit
Arbeit und Soziales: Ina Bierstedt
Bildung: Gisela Kleinlein
Europa und Internationales: Dorothée Bauerle-Willert
Medien: Matthias Lindner
Urheberrecht: Rainer Eisch (vom Künstlerbund entsandt, nimmt er als IKG-Mitglied auch unsere Belange wahr)

Über die Fachausschüsse hinaus werden bei dringlichen Themen auch sogenannte Adhoc – Ags einberufen, in die wiederum Vertreterinnen und Vertreter der Mitglieder-Räte entsandt werden. 
So gibt es derzeit eine Adhoc-Ag Kunstfreiheit/Wissenschaftsfreiheit/Meinungsfreiheit, in die Dorothée Bauerle-Willert berufen wurde. Die AG befasst sich mit Identitätspolitiken im Verhältnis zu Konzepten der künstlerischen Freiheit. Es soll ein Statement oder ein Symposium zu diesem Thema vorbereitet werden.

(Zu Struktur und Themen kann der Newsletter abonniert werden:  www.kulturrat.de).

In der Stiftung Kunstfonds Bonn ist das IKG in allen Jurys (Stipendien, Publikationen, Nachlässe, Werkverzeichnisse) vertreten. Besonders wichtig waren hier seit Herbst 2020 die Entscheidungsprozesse im Rahmen von „Neustart Kultur“.


Aufruf

Das Internationale Künstlergremium/IKG ist entsetzt und erschüttert über die beispielslosen Gewaltexzesse des belarussischen Sicherheitsapparats nach dem Wahlsonntag am 9. August. Tausende Menschen wurden verhaftet, in der Gefangenschaft unmenschlich behandelt, misshandelt – und von vielen fehlt seither jede Spur.
Trotz der brutalen Gewalt und der willkürlichen Verhaftungen von mittlerweile mehr als 7000 Menschen, mit der der autokratische Präsident von Belarus auf die friedlichen Proteste gegen seine Wiederwahl reagiert, überwinden die Menschen ihre Angst und beweisen in der mittlerweile sehr breiten Bürgerbewegung, dass sich der Wunsch nach Freiheit nicht länger unterdrücken lässt.  Jahrzehntelang wurde in Belarus Meinungs-, Kunst- und Pressefreiheit unterdrückt, heute demonstriert ein Volk, das 26 Jahre lang nicht sagen durfte, was es will. Als Reaktion auf diese Selbstermächtigung wird der Widerstand mundtot gemacht, abgetötet, getötet. Nur mit den Mitteln seines repressiven Polizeistaates hält sich Aljaksandr Lukaschenka noch an der Macht.
Gerade die Kunstfreiheit, für die sich das IKG einsetzt, war immer schon der Gradmesser demokratischer Freiheit. Menschenwürde, Kultur, offene Gesellschaft und Demokratie hängen eng miteinander zusammen. Die Konfiszierung ganzer Sammlungen, die Sperrung des Internets, die Unterdrückung des freien, auch künstlerischen Schaffens sind Symptome barbarischer Engstirnigkeit, der die Furcht vor den humanen Potenzialen im Nacken sitzt.
Wenn heute viele der mutigen Demonstrantinnen und Demonstranten das beschlagnahmte Gemälde EVA von Chaim Sutin auf dem T-Shirt tragen, wird Kunst als hartnäckiges Analogon zur Freiheit sichtbar: In der Kunst kristallisiert sich die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung zur Form.  Die Belarussen lassen sich nicht mehr betrügen und einschüchtern.
Das IKG unterstützt die Demokratiebewegung in Belarus und die Forderung nach dem Rücktritt Alexander Lukaschenkas. Wir verurteilen die Gewalt und die Unterdrückung der Menschenrechte und appellieren an die Machthaber, die Zeichen der  Zeit zu erkennen, die Repression zu beenden  und endlich freie, faire und transparente Wahlen in Belarus zu ermöglichen.

Für das IKG: Dr. Dorothée Bauerle-Willert, Präsidentin

Video des Filmemachers Jurij Chaschtschewatski an Klaus Staeck