Das Internationale Künstlergremium IKG unterstützt das Netzwerk ARC (@AtRiskArtists), das sich weltweit für die Interessen von Kunstakteuren einsetzt. Immer mehr Künstlerinnen und Künstler werden in ihrem können aufgrund der politischen oder gesellschaftlichen Situation in ihren Ländern nicht mehr frei arbeiten, Sie riskieren ihre Existenzgrundlage oder gar ihre Existenz, werden verfolg oder vergewaltigt. Viele sind auf der Flucht oder inhaftiert oder dürfen ihr Land nicht verlassen. Covid 19 verschärft diese Situation zudem, etliche Regierungen nutzen die Pandemie, um autoritäre, illiberale Strukturen zu befestigen. In den Gefängnissen gibt es überdies keinen Schutz vor Ansteckung.
Bitte schaut auf diese wichtige Seite: https://artistsatriskconnection.org/guide


Richard Nonas 1936–2021
Eigentlich hatte Richard Nonas Literatur und  Ethnologie studiert. In den 1960er Jahren betrieb er ethnologische Feldarbeit und hielt sich dafür bei der indigenen Bevölkerung in Nord-Ontario und Yukon auf; es folgten Forschungsjahre in Mexiko. Anstatt Aufsätze und Bücher darüber zu verfassen, fand er später in der Skulptur das Werkzeug, um Beobachtungen und Empfindungen eine Form zu geben. Eine zentrale Rolle in seinem Werk spielte dabei das Handeln mit Material. Skulpturen zu bauen hieß für ihn, über das Bewegen von Material nachzudenken, über Gewicht, Masse und den Widerstand, den das Material der Bewegung entgegensetzte. Richard Nonas verstarb während der Vorbereitungen für eine Monographie über sein Werk. Das Internationale Künstlergremium trauert um sein langjähriges Mitglied.


Das Internationale Künstlergremium trauert um sein langjähriges Mitglied Gerhard Mantz. Sein plötzlicher Tod ist ein Verlust für uns alle und für die Kunst. Gerhard hat der Kunst neue Spiel- und Denkfelder eröffnet und in seinem Werk immer wieder das Mögliche auf die Probe gestellt, Grenzen zwischen Medien und Disziplinen  souverän übertanzt – hinein ins scheinbar Unmögliche. Und er hatte keine Angst vor Schönheit, auch nicht vor dem Schrecklichen, das mitunter seine neuen Bilder grundierte, die Gegensätze in flirrende Ambivalenz überführte.
Wir sind sehr traurig.

https://www.kunstforum.de/

Foto: Ka Bomhardt

Wir trauern um den Tod unseres langjährigen Mitglieds und ehemaligen Geschäftsführerin Elisabeth Jappe (*1936), die am 22. Januar 2021 gestorben ist. Elisabeth Jappe war Kuratorin und Kunstwissenschaftlerin und hat, neben ihren politischen Statements und Aktionen in der Kunst, wichtige Entwicklungen im Kontext der Installation und Performance unterstützt.

https://www.kunstforum.de/

Foto Quelle: http://www.kunst-archiv-peter-kerschgens.de/


Aufgrund der Pandemie wurde das für 2020 geplante Jahrestreffen in Brno, Tschechien, auf 2021 verschoben (Organisation: Ina Bierstedt, Terezie Petišková). Wir hoffen darauf, dass wir es dieses Jahr verwirklichen können.


IKG – Internationales Künstlergremium

Das Internationale Künstlergremium/IKG ist entsetzt und erschüttert über die beispielslosen Gewaltexzesse des belarussischen Sicherheitsapparats nach dem Wahlsonntag am 9. August. Tausende Menschen wurden verhaftet, in der Gefangenschaft unmenschlich behandelt, misshandelt – und von vielen fehlt seither jede Spur.
Trotz der brutalen Gewalt und der willkürlichen Verhaftungen von mittlerweile mehr als 7000 Menschen, mit der der autokratische Präsident von Belarus auf die friedlichen Proteste gegen seine Wiederwahl reagiert, überwinden die Menschen ihre Angst und beweisen in der mittlerweile sehr breiten Bürgerbewegung, dass sich der Wunsch nach Freiheit nicht länger unterdrücken lässt.  Jahrzehntelang wurde in Belarus Meinungs-, Kunst- und Pressefreiheit unterdrückt, heute demonstriert ein Volk, das 26 Jahre lang nicht sagen durfte, was es will. Als Reaktion auf diese Selbstermächtigung wird der Widerstand mundtot gemacht, abgetötet, getötet. Nur mit den Mitteln seines repressiven Polizeistaates hält sich Aljaksandr Lukaschenka noch an der Macht.
Gerade die Kunstfreiheit, für die sich das IKG einsetzt, war immer schon der Gradmesser demokratischer Freiheit. Menschenwürde, Kultur, offene Gesellschaft und Demokratie hängen eng miteinander zusammen. Die Konfiszierung ganzer Sammlungen, die Sperrung des Internets, die Unterdrückung des freien, auch künstlerischen Schaffens sind Symptome barbarischer Engstirnigkeit, der die Furcht vor den humanen Potenzialen im Nacken sitzt.
Wenn heute viele der mutigen Demonstrantinnen und Demonstranten das beschlagnahmte Gemälde EVA von Chaim Sutin auf dem T-Shirt tragen, wird Kunst als hartnäckiges Analogon zur Freiheit sichtbar: In der Kunst kristallisiert sich die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung zur Form.  Die Belarussen lassen sich nicht mehr betrügen und einschüchtern.
Das IKG unterstützt die Demokratiebewegung in Belarus und die Forderung nach dem Rücktritt Alexander Lukaschenkas. Wir verurteilen die Gewalt und die Unterdrückung der Menschenrechte und appellieren an die Machthaber, die Zeichen der  Zeit zu erkennen, die Repression zu beenden  und endlich freie, faire und transparente Wahlen in Belarus zu ermöglichen.

Für das IKG: Dr. Dorothée Bauerle-Willert, Präsidentin

Video des Filmemachers Jurij Chaschtschewatski an Klaus Staeck