FrankfurtODERSlubice
Frankfurt/Oder, 16. bis 19. Oktober 2008

Das Programm unseres Jahrestreffen 2008 fand als bewegte und bewegliche Zusamenkunft statt, gemeinsam mit der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt Oder und dem Kulturzentrum in der polnischen Nachbarstadt Slubice. Wir bewegten uns zwischen Erlebnis und Erinnerung durch die Kulturschichtungen Brandenburgs. Es gab Performances, Konzerte, Präsentationen von Mitgliedern und Gästen. Und es gab eine Exkursion auf Fontanes Spuren durch die geschichtsträchtige Umgebung, überaus kenntnisreich und lebendig geführt von Professor Dr. Christoph Asendorf und Dr. Jan Musenkamp, beide vom kulturwissenschaftlichen Institut der Viadrina. Erste Station dieser Reise in die Vergangenheit war Küstrin, (Kostrzyn), eine im 16. Jahrhundert erbaute Renaissance-Festung, die im 2. Weltkrieg fast vollständig zerstört worden war. Wir streiften durch Überreste – und erinnerten uns an Fontane, der schrieb: „Jenseits der Oder, wo zwischen Werft und Weiden die Warthe rechtwinkelig einmündet, liegt Küstrin, ein durch die Jahrhunderte hin in den Geschichten unseres Landes oft genannter Name. Oft, aber selten freudig. Etwas finster Unheimliches ist um ihn her, und in meiner Erinnerung sehe ich den Ort, der ihn trägt, unter einem ewigen Novemberhimmel“. Eine weitere Station war Kunersdorf, das als der Musenhof des Oderbruchs in die Geschichte eingegangen ist. Er wurde zu einem bedeutenden geistig-kulturellen und wissenschaftlichen Zentrum, das Gäste wie die Brüder Humboldt, die Bildhauer Schadow und Rauch, den Landwirtschaftsreformer Thaer, den Gelehrten Savigny, Goethes Freund Zelter und viele andere empfing. Die Säulenkolonnade dort gehört heute zu den bedeutendsten und wertvollsten Kulturdenkmälern in Brandenburg. Sie umfasste zunächst fünf Grabmale und wurde 1835 um vier Nischen erweitert. Bedeutende Namen wie Johann Gottfried von Schadow, Christian Daniel Rauch, Christian Friedrich Tieck, Karl-Friedrich Schinkel sind damit verbunden. Schloss Neuhardenberg, mit Kirche und Schlosspark eines der wenigen erhaltenen Gesamtkunstwerke des preußischen Klassizismus war die nächste und letzte Etappe. Gestaltet worden war das Ensemble von drei herausragenden Künstlerpersönlichkeiten: Karl Friedrich Schinkel, Peter Joseph Lenné und Hermann Fürst von Pückler-Muskau. »Urbanität, Grazie und Lebensgefühl« prägten als Lebensmaximen das märkische Kleinod: vielleicht auch ein Motto für das IKG?


Teilnehmer

Diana Mercedes Alonso, Mechthild Bauer-Babel, Dorothee Bauerle-Willert, Jens Brand, Monika Brandmeier, Heinrich Brummack, Hans Gercke, Wolfgang Hahn, Harald Hofmann, Sibylle Hofter, Hetty Huisman, Matthias Jackisch, Elisabeth Jappe, Katharina Karrenberg, Gisela Kleinlein, Silke Leverkühne, Eva Löfdahl, Nanne Meyer Norbert Radermacher, Josef Ramaseder, Eva-Maria Schön, Anna Tretter, Michael Willhardt, Thomas Wörgötter, Dusan Zahoranski

Gäste
Christoph Asendorf, Johanna Bartl, Silvia Breitwieser, Claudia Busching, Claudia Chaseling, Katja Hoffmann, Grieta Jergens, Stephanie Jünemann, Michael Kurzwelly, Gertrude Elvira Lantenhammer, Jan Musekamp, Janetta Napp, Fabian Niermann, Susken Rosenthal, Ralf Schmitt, Nele Ströbel, Nanae Suzuki, Florian Wienczny, Shon Soyoung, Yuka